Plus500: Auswirkung der Hebel im CFD Handel

Dieser Beitrag behandelt den Hebel (Leverage) bei Plus500 und gehört zu unserer Serie über den CFD-Handel mit der Plus500-Software. Hier geht es zur Übersicht aller 10 Ratgeber.

Wissenswertes: Plus500 ist einer der führenden CFD Anbieter und bietet weltweit in mehr als 60 Ländern und 32 verschiedenen Sprachen CFD Handel mit über 2000 Werkzeugen (Aktien, Indizes, Rohstoffe, Forex und ETFs). Die Plus500UK Ltd wird durch die Financial Conduct Authority (#509909) autorisiert und reguliert und bietet eine freie (zeitlich unbegrenzte) Demo-Version und einfach zu bedienende Plattform.

Risikohinweis: 76.4% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Plus500 Hebel: Was ist ein CFD Leverage

Der Hebel oder Leverage beim Handel mit CFD ermöglicht dem Trader große Marktbewegungen mit geringem Eigenkapital. Wer 1000€ einsetzt und einen Hebelwert von 1:10 nutzt, der bewegt am Markt den zehnfachen Wert, also 10.000€. Diese Potenzierung wirkt sich auch auf Gewinn oder Verlust des Traders aus und ist umso risikoreicher, je höher der gewählte Leverage liegt und je volatiler die Kursbewegungen des Basiswertes sind. Die 1000€ Eigenanteil dienen Plus500 als Sicherheitsleistung und werden Margin genannt.

Rechenbeispiel – CFD Hebelhöhe bei Plus500:

  • Margin: 1000€ | Leverage 1:10 | gehebeltes Kapital: 10.000€ | Kursgewinn 5%
    • 10.000€*(+0,05) = 500€ Gewinn. Der Trader macht mit seinem Einsatz von 1000€ also satte 50% Gewinn.
  • Margin: 1000€ | Leverage 1:10 | gehebeltes Kapital: 10.000€ | Kursverlust 5%
    • 10.000€*(-0,05) = 500€ Verlust. Der Trader verliert auf einen Schlag die Hälfte seines Einsatzes.

Vergleich von hohem und niedrigem Hebel

Je höher bei Plus500 ein Hebel gewählt wird, desto größer wird das Risiko für einen Totalverlust. Die Toleranz für negative Kursentwicklungen schwindet mit zunehmender Hebelhöhe, sodass ein gefürchteter Margin-Call wahrscheinlicher wird:

Rechenbeispiel – gleiche Margin unterschiedlicher Hebel:

Fall 1: Margin: 1000€ | Leverage 1:10 | gehebeltes Kapital: 10.000€ | Kursverlust 5%

  • 10.000€*(-0,05) = 500€ Verlust (50% der Margin).

Fall 2: Margin: 1000€ | Leverage 1:30 | gehebeltes Kapital: 30.000€ | Kursverlust 5%

  • 30.000€*(-0,05) = 1500€ Verlust (150% der Margin). Dies würde den Einsatz der Position übersteigen und bei unzureichender Kontodeckung vorzeitig einen Margin-Call auslösen.

Das folgende Beispiel zeigt, dass das eingesetzte Kapital neben der Hebelhöhe eine wichtige Komponente im Risikomanagement mit CFDs darstellt. In Fall 2 & 3 werden mit 30.000€ identische Summen gehebelt und jeweils 1500€ verloren. Der Verlust liegt, im Bezug auf die Margin, jedoch bei 50% bzw. 150%.

Rechenbeispiel – Identisches gehebeltes Kapital

Fall 2: Margin: 1000€ | Leverage 1:30 | gehebeltes Kapital: 30.000€ | Kursverlust 5%

  • 30.000€*(-0,05) = 1500€ Verlust (150% der 1.000€ Margin)

Fall 3: Margin: 3000€ | Leverage 1:10 | gehebeltes Kapital: 30.000€ | Kursverlust 5%

  • 30.000€*(-0,05) = 1500€ Verlust (aber „nur“ noch 50% von 3.000€ Margin).

Fazit: Wer also auf seinem Konto beispielsweise 10000€ Kapital besitzt und davon 1000€ (10%) mit einem Hebel von 1:10 handelt, bewegt genau so viel Geld, wie beim Einsatz von 100€ mit einem Leveragewert von 1:100. Der kleinere Hebelwert sorgt für weniger Gewinn oder Verlust und reduziert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für einen Totalausfall, wie unser nächstes Kapitel zeigt.

CFD Hebel Rechner

Mit unserem CFD Hebel Rechner können Sie Leverage und Margin ganz einfach automatisch online berechnen. Der Rechner ist natürlich kostenlos

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Hinweis: Verwenden Sie bei Nachkommastellen Punkt statt Komma.



Der Hebelrechner liefert folgendes Ergebnis:

Margin Call, direkter und effektiver Hebel bei Plus500

Es gibt drei wesentliche Begriffe die CFD Trader beim Handeln auf der seriösen Plattform von Plus500 unbedingt verstehen müssen. Diese sind in Kürze:

  1. Margin Call: Diese Schutzfunktion verhindert eine Kontoüberziehung. Der Margin Call ermöglicht Plus500 die Positionen des Traders eigenmächtig zu schließen, wenn durch eine negative Kursentwicklung das gesamte Kontoguthaben aufgebraucht wird und in die Verlustzone abzustürzen droht. Da mittlerweile die Nachschusspflicht durch die ESMA verboten wurde, kann der Trader bei Plus500 nur noch maximal sein eingebrachtes Kapital verlieren.
  2. Direkter Hebel: Dies ist der Hebelwert für einzelne CFDs, welcher sich im Informationsteil der Plus500 Software ablesen lässt und bisher behandelt wurde.
  3. Effektiver Hebel: Der effektive Hebel bezieht das gesamte Kontoguthaben mit ein und nicht nur die aktuelle Position. Wird das gesamte Kontoguthaben auf lediglich eine einzige Position gehandelt, dann ist der direkte Hebel mit dem effektiven Hebelwert identisch. Dies sollte aus strategischen Gründen im Rahmen des Risikomanagements verhindert werden, wie unser folgendes Beispiel zeigt.

Berechnung des effektiven Hebels

Die Berechnung des effektiven Hebels geschieht bei Plus500 analog zu Fall 2 & 3 oben:

Kontoguthaben: 10.000€ | Margin: 1.000€ | Direkter Hebel 1:30 | gehebeltes Kapital: 30.000€

  • 30.000€ / 10.000€ ergibt einen effektiven Hebelwert von 3:1
    • Verliert das gehebelte Kapital 33,3% an Wert (von 30.000€ auf 20.000€), dann erleidet der Trader Totalverlust und das Kontoguthaben liegt bei 0€.

Kontoguthaben: 10.000€ | Margin: 10.000€ | Direkter Hebel 1:30 | gehebeltes Kapital: 300.000€

  • 300.000€ / 10.000€ ergibt einen effektiven Hebelwert von ebenfalls 30:1
    • Verliert das gehebelte Kapital 3,3% an Wert (von 300.000€ auf 290.000€), dann erleidet der Trader Totalverlust und das Kontoguthaben liegt bei 0€.

Je höher der effektive Hebelwert gewählt ist, desto riskanter werden negative Kursentwicklungen für den CFD Trader. Im hier gezeigten Rechenbeispiel führen einmal 3,3% und einmal 33,3% Kursverlust zum Totalverlust. Insbesondere die Toleranz zum Aussitzen von gegenläufigen Trends wird im zweiten Fall geringer, wie das folgende Diagramm zeigt:

Plus500 Hebel Leverage Margin Call
Ein hoher effektiver Hebel birgt die Gefahr, dass ein früher Margin-Call (rot) ausgelöst wird. Im Bild würde die Position zu früh geschlossen werden und der CFD Trader die anschließende Gewinnschwelle (grün) nicht mehr erreichen.

Im Sinne eines guten Risikomanagements sollten Anleger immer das Verhältnis aus gehebeltem Kapital und dem verfügbaren Geld auf dem Handelskonto beachten. Dies gilt insbesondere, wenn mit zeitweiligen Negativkursen kalkuliert wird und diese ausgesessen werden sollen.

Wie hoch ist der direkte Leverage bei Plus500?

Bei Plus500 ist der direkte Leverage abhängig vom Basiswert auf den man den CFD handelt. Die Maximalhebel sind gesetzlich vorgeben und zum Schutz der privaten Kleinanleger begrenzt. Dabei gilt: Je volatiler und risikoreicher sich die Kursentwicklung verhält, desto geringer ist der angebotene Leverage.

CFDs auf Kryptowährungen unterliegen dabei den größten Schwankungen und weisen einen Leverage von 1:2 auf. Derivate auf Rohstoffe und Indizes handelt man mit 1:20 und Differenzkontrakte auf Devisen sind sogar mit 1:30 gehebelt. Plus 500 bietet Händlern folgende Maximalhebel beim CFD Trading an:

BasiswertCFD LeverageMindesteinzahlung
Krypto1:2100 €
Aktien1:5100 €
Optionen1:5100 €
ETF1:5100 €
Rohstoffe1:20 bei Gold
1:10 alle weiteren Rohstoffe
100 €
Indizes1:20100 €
Devisen1:30100 €

Wie lässt sich der Hebel ändern? Nach unserem Wissen ist bei Plus500 immer der Maximalhebel aus der obigen Tabelle eingestellt. Die Leveragehöhe lässt sich in der Software nicht ändern und wird vom Unternehmen für den CFD Handel fest vorgegeben. Sie finden den aktuellen Wert zum Traden im Demokonto, rechts im Informationsteil der Basiswerte:

Plus500 Hebel Leverage
Der Hebel lässt sich bei Plus500 nicht ändern. Sie finden den Leverage im Demokonto rechts im Informationsteil nach Klick auf das „i“.

Fazit und Tipps

Die Wahl des richtigen CFD Hebels hängt neben dem eingesetzten Kapital auch von der Risikofreude des Traders, den zu erwartenden Kursschwankungen und dem gehandelten Basiswert ab. Es empfiehlt sich zunächst eine Hebelhöhe von maximal 1:10 und nur wenige Positionen gleichzeitig zu halten. Eine Begrenzung des effektiven Hebels muss bei Plus500 ebenfalls Beachtung finden. Wer sein Konto beispielsweise mit 10.000€ auflädt, aber nur Positionen im Wert von 100€ handelt, schafft sich einen großen Toleranzbereich gegen Volatilität, um auch negative Kursschwankungen aussitzen zu können. Passende Stop-Loss oder Take-Profit Order tragen ebenfalls dazu bei, die Auswirkungen des gehandelten CFD Leverage zu begrenzen. In jedem Fall sollte man zunächst im kostenlosen Demokonto von Plus500 Erfahrungen sammeln und die Funktionsweise und Risiken gehebelter Differenzkontrakte vor der Einzahlung von Echtgeld ausreichend verstehen.