In diesem Ratgeber erfahren Sie alles darüber, wie Sie ein Kleinunternehmen gründen können und worauf Sie bei den wichtigsten Themen achten sollten. Diese sind beispielsweise Gründe für den Schritt in die Selbstständigkeit, sowie Kosten der Anmeldung, Steuern, Umsatzsteuer und Steuerberater. Wenn Sie Ihr Kleinunternehmen gründen, dann hilft Ihnen dieser Artikel ebenfalls bei der Thematik der Namensgebung, sowie die Wahl der Rechtsform.

Warum man ein Kleinunternehmen gründen sollte!

Ein Kleinunternehmen gründen ist ein einfacher und schneller Weg in die Selbstständigkeit. So kann auch testweise als Nebengewerbe gegründet werden und Schritt für Schritt, der Umfang und das Einkommen soweit gesteigert werden, dass es für eine Vollzeittätigkeit reicht. Grundsätzlich ist ein Kleinunternehmen nach EU-Recht als Gewerbe mit weniger als 10 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von weniger als zwei Millionen Euro definiert. Vorteile durch die Gründung sind zum Beispiel Erleichterungen bei der Buchhaltung, sofern die doppelte Buchführung von Art und Umfang her nicht erforderlich ist und abhängig von der gewählten Rechtsform, niedrige Gründungskosten. Wer gar unterhalb von 17500€ Jahresumsatz bleibt, kann beim Anmelden auf seinem Kleingewerbeschein die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und sich den Aufwand und die Kosten rund um die Umsatzsteuer(-voranmeldung) sparen. In jedem Fall stellt ein Kleingewerbe ein sehr gute Einnahmequelle für ein Nebengewerbe dar und kann die Einnahmen der Haushaltskasse entscheidend verbessern.

Alle Infos zum Kleinunternehmen gründen

Nachfolgend habe ich die wichtigsten Bereiche zum Gründen eines Kleinunternehmens heraus gearbeitet und einzeln aufgelistet. Diese umfassen im Wesentlichen den Anmeldevorgang, sowie Kosten und Infos zum Thema Steuern und Steuerberater.

Kleinunternehmen anmelden

Wenn Sie beabsichtigen ein Kleinunternehmen zu gründen, dann müssen Sie dies beim zuständigen Gewerbeamt oder Ordnungsamt Ihrer Gemeinde anmelden. Sie benötigen neben Bargeld zum Bezahlen des Gewerbescheins, einen Personalausweis zur Verifizierung und müssen persönlich vor Ort erscheinen. Am besten überlegen Sie sich bereits vor dem Anmelden, welche Tätigkeiten Ihr Unternehmen umfasst und bringen entsprechende Nachweise zur Betriebserlaubnis direkt mit. Der Anmeldevorgang selbst ist sehr einfach gehalten und dauert nur wenige Minuten. Alle weiteren Formulare erhalten Sie in den folgenden Tagen per Post an die angegebene Unternehmensanschrift.

Lesetipp: Eine detaillierte Ablaufbeschreibung wie Sie Ihren Gewerbeschein beantragen und was es beim Kleinunternehmen gründen zu beachten gilt, um die Risiken und Kosten einer Gewerbeummeldung oder Gewerbeabmeldung zu minimieren, lesen Sie in unseren anderen Ratgebern.

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Infos zu Steuern, Umsatzsteuer und Steuerberater

Steuern sind wohl das komplexeste Thema, mit den weitreichendsten Folgen, wenn Sie ein Kleinunternehmen gründen. Beim Kleingewerbe ohne Ausweis der Umsatzsteuer, reicht noch eine simple Einnahmen-Überschuss-Rechnung am Jahresende um die Einkünfte zu ermitteln. Liegen Ihre jährlichen Einnahmen aus allen Einnahmequellen (Vermietung, Zinsen, Gewerbeerlös, etc.) über dem Einkommenssteuerfreibetrag (aktuell ca. 8300€), dann müssen Sie Einkommenssteuer abführen. Spätestens, wenn Sie Umsatzsteuer abführen und monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen müssen, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Der Steuerberater ist Fachmann für alle Arten von Steuern, unabhängig ob es um Gewerbesteuer, Umsatzsteuer oder Einkommenssteuer geht. Allerdings ist sein Dienst auch mit Kosten verbunden, die je nach Art und Umfang der Buchhaltung schnell einmal bei ca. 5% des Umsatzes liegen kann.

Kleinunternehmen gründen
Kleinunternehmen gründen: Vorab sollte man über die wesentlichen Dinge, wie Kosten beim Anmelden, Steuern, Steuerberater, Namensgebung oder auch die Rechtsform, Informationen einholen und die Gründung entsprechend der eigenen Bedürfnisse planen.

Namensgebung beim Kleinunternehmen gründen

Wenn Sie Ihr Kleinunternehmen gründen, dann müssen Sie ebenfalls die Regeln zur Namensgebung beachten. Wichtig ist bei Einzelunternehmen und GbRs, dass immer der Vor- und Nachname mit im Firmennamen stecken muss. Sinngebende und tätigkeitsbeschreibende Namen haben die Vorteile, dass potentielle Kunden aufgrund der Namensgebung besser einschätzen können, ob Ihr Unternehmen interessante Lösungen anbietet. Wenn Sie Ihr Kleinunternehmen gründen, dann beachten Sie bitte, dass die Angabe „Baumschule München – Max Mustermann“, beispielsweise ein deutlich sinnvollerer Firmenname, als die fantasievolle Namensgebung „BS24 – Max Mustermann“ ist.

Die Wahl der Rechtsform

Einzelunternehmen und GbRs sind als Rechtsform die einfachste und am häufigsten gewählte Gründungsart. Die Gründer haften mit Ihrem privaten Eigenkapital und tragen bei Verlust das volle Risiko. Dafür sind keine Gesellschafter oder Einlagen nötig, wie dies etwa bei der GmbH gegeben ist. Diese Rechtsform hat eine beschränkte Haftung in Höhe von 25000€, welche beim Anmelden als Einlage mitgebracht werden muss und das Risiko im Verlustfall dadurch deckelt. Weitere, eher selten genutzte Rechtsformen beispielsweise die UG oder Aktiengesellschaften (AGs).

Kosten beim Kleinunternehmen gründen

Die Kosten beim Gründen eines Kleinunternehmens sind sehr überschaubar. Wenn Sie nicht gerade eine GmbH als Rechtsform auswählen und 25000€ als betriebliche Einlage mitbringen müssen, dann kommen Sie in der Regel mit einem zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Eurobetrag davon. Die reinen Kosten beim Anmelden variieren je nach Bundesland zwischen ca. 20€ und 60€. Falls Sie eine Betriebserlaubnis oder sonstige Bescheinigungen für Ihre Tätigkeit benötigen, kann deren Besorgung ebenfalls nochmal Geld kosten. Selbiges gilt beim Aufstellen von professionellen Businessplänen oder Existenzgründungsseminaren, sofern diese nicht im Rahmen eines Gründerzuschusses abgedeckt werden. Die Kosten für den Jahresbeitrag der IHK belaufen sich auf mindestens ca. 50€, je nach Umsatz des Unternehmens.

Alle Gewerbetreibenden müssen Ihren Kunden eine Rechnung schreiben. Welche speziellen Regeln Kleinunternehmer dabei beachten müssen, erklärt dieser Ratgeber anhand einer Musterrechnung. Dabei werden primär die Besonderheiten für Kleingewerbetreibende, die gemäß §19 UStG die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, betrachtet. Aber auch ein Ausweis der Umsatzsteuer wird thematisiert, sodass wir für alle Kleinunternehmer Musterrechnung und Tipps parat haben. Zum Schluss bekommen Sie zwei gratis Excel Dateien zum Download, mit denen Sie Ihre eigene Rechnung schreiben können.

Musterrechnung für Kleinunternehmer: Alle Pflichtangaben

Zunächst eine kurze sprachliche Definition: Ein Kleinunternehmer ist laut EU-Recht als Gewerbetreibender definiert, der weniger als 2 Millionen Euro Umsatz jährlich erwirtschaftet und weniger als 10 Mitarbeiter hat. Wenn nicht anders erwähnt, dann bezieht sich der Begriff nachfolgend auf einen Kleingewerbetreibenden, der gemäß Kleinunternehmerregelung weniger als 17500€ Jahresumsatz macht und keine Umsatzsteuer auf der Musterrechnung ausweist.

Die Pflichtangaben der Rechnung: In § 14 Abs. 4 UStG regelt der Gesetzgeber die Pflichtbestandteile von Rechnungen nach dem Umsatzsteuergesetz, welche als die rechtliche Basis unserer Musterrechnung für Kleinunternehmer dient. Zur Ausstellung hat der Rechnungssteller gegenüber anderen Selbstständigen sechs Monate Zeit. Ganz wichtig ist es, dass die folgenden Pflichtangaben ordnungsgemäß auf die Rechnung geschrieben werden, um auch vom Finanzamt anerkannt zu werden:

  1. Vollständiger Name und Adresse des Verkäufers
  2. Vollständiger Name und Adresse des Käufers
  3. Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  4. Datum der Rechnung
  5. Einmalige, fortlaufende Rechnungsnummer
  6. Name und Menge der gehandelten Ware oder Umfang der erbrachten Dienstleistung
  7. Hinweis zum Liefer- bzw. Leistungsdatum
  8. Verweis auf § 19 UStG. wenn keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird.
Musterrechnung Kleinunternehmer
Musterrechnung Kleinunternehmer: Dem Bild können Sie die Pflichtangaben entnehmen, welche Sie auf die Rechnung schreiben müssen, damit diese vom Finanzamt anerkannt wird.

Rechnung ohne Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG schreiben: Auf unserer Musterrechnung für Kleinunternehmer findet sich kein Umsatzsteuerausweis. Der Grund liegt darin, dass bei einem Verzicht auf Umsatzsteuerzahlungen, nach der Kleinunternehmerregelung, diese auch nicht beim Schreiben der Rechnung ausgewiesen werden darf. Wer die Mehrwertsteuer dennoch ausweist, muss sie auch abführen. Damit dies nicht passiert, muss auf §19 des UStG verwiesen werden. Sie können hierfür einen der folgenden Sätze verwenden:

  • Die Rechnungsstellung erfolgt ohne Berechnung der Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG.
  • Der Rechnungsbetrag enthält keine Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG.
  • Gemäß § 19 UStG ist in diesem Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer ausgewiesen.
  • Kein Ausweis der Umsatzsteuer, da Anwendung der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG.
  • Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer auf den Rechnungsbetrag ausgewiesen.
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Rechnung schreiben in Excel: Musterrechnung für Kleinunternehmer zum Download

Nachfolgend finden Sie zwei Excel Rechnungsdokumente im DIN-A4-Format. Eine Variante ist mit ausgewiesener Mehrwertsteuer, die andere ohne Umsatzsteuer implementiert. Die Ergebnisse der einzelnen Posten werden automatisch addiert und die Mehrwertsteuer von 19% berechnet. Sollten Sie einen anderen Mehrwertsteuerbetrag benötigen, dann passen Sie bitte die entsprechende Formel an. Weiterhin können Sie die Musterangaben auf der Rechnungsvorlage in Excel gegen Ihre persönlichen Angaben tauschen und damit Ihre eigene Rechnung schreiben. Bitte beachten Sie, dass Sie selbst dafür Sorge tragen müssen, dass die rechtlichen Vorhaben des Finanzamtes erfüllt sind. Die Musterrechnung für Kleinunternehmer und die Informationen in diesem Ratgeber, sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und recherchiert, jedoch kann aus rechtlichen Gründen für die Richtigkeit der Angaben keine Gewähr oder Haftung durch den Autor übernommen werden.

Gratis Excel Sheet zum Download 1: Musterrechnung für Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer
Gratis Excel Sheet zum Download 2: Musterrechnung für Kleinunternehmer mit Umsatzsteuer